Menüs geben Deiner Joomla-Website eine nachvollziehbare Struktur. Sie führen zu einzelnen Beiträgen, Übersichten oder weiteren Funktionen und beeinflussen auch die Adressen und Darstellung der Seiten. In dieser Folge bauen wir eine verschachtelte Navigation auf und schauen uns die wichtigsten Menüeintragstypen an.
Menü und Menüeintrag unterscheiden
Unter Menüs findest Du zwei Ebenen der Verwaltung. Ein Menü ist zunächst eine Sammlung von Einträgen. Der einzelne Menüeintrag legt fest, wohin ein Navigationspunkt führt oder welche Funktion er übernimmt.
In der Übungsinstallation arbeiten wir hauptsächlich mit dem Main Menu. Für einen einfachen Auftritt kann ein solches Hauptmenü genügen. Grössere Websites benötigen möglicherweise weitere Menüs, etwa für einen getrennten Fussbereich, besondere interne Navigationswege oder unterschiedliche Sprachen.
Ein neu angelegtes Menü erscheint nicht allein durch seine Existenz als sichtbare Navigation. Dafür braucht es eine entsprechende Ausgabe, beispielsweise über ein Menümodul oder eine dafür vorgesehene Template-Funktion. Diese Trennung ist besonders bei versteckten Menüs hilfreich.
Ein zusätzliches Menü anlegen
Öffne die Menüverwaltung und wähle Neu. Vergib einen verständlichen Titel und einen eindeutigen Menütyp als interne Kennung. Eine Beschreibung kann den Zweck für die spätere Verwaltung festhalten. Nach dem Speichern kannst Du Einträge in diesem Menü anlegen.
Im Video erstellen wir ein verstecktes Menü. Es dient der Organisation von Menüeinträgen, die erreichbar bleiben sollen, ohne in der sichtbaren Hauptnavigation aufzutauchen. Bei mehrsprachigen Websites helfen getrennte Menüs pro Sprache ebenfalls, die Struktur übersichtlich zu verwalten. Die vollständige Einrichtung der Mehrsprachigkeit umfasst allerdings weitere Schritte.
Versteckt bedeutet nicht geschützt. Ein veröffentlichter Eintrag beziehungsweise sein Inhalt kann über die bekannte Adresse weiterhin erreichbar sein. Für einen geschützten Bereich benötigst Du passende Zugriffsebenen und Berechtigungen.
Der Alias als Teil der Adresse
Der Alias wird für den lesbaren Adressbestandteil verwendet. Joomla erzeugt ihn beim Speichern in der Regel aus dem Titel, wenn Du das Feld leer lässt. Bei langen Titeln kannst Du vor der Veröffentlichung eine kürzere, verständliche Form wählen.
Im Video ändern wir einen Alias und sehen, dass die zuvor aufgerufene Adresse dadurch nicht mehr passt. Diese Auswirkung ist bei einer veröffentlichten Website wesentlich: Andere Seiten, gespeicherte Lesezeichen und Suchergebnisse können weiterhin auf die alte Adresse verweisen.
Ändere bestehende Aliase deshalb bewusst und richte bei notwendigen URL-Wechseln passende Weiterleitungen ein. Auch Änderungen an übergeordneten Menüpunkten können die Adressen darunterliegender Seiten beeinflussen. Eine gut geplante Struktur erspart spätere Umwege.
Ein Alias im Adressfeld ist übrigens etwas anderes als der Menüeintragstyp «Menüeintrags-Alias». Dieser verweist auf einen bereits vorhandenen Menüeintrag. Wir kommen weiter unten darauf zurück.
Übergeordnete Punkte sinnvoll planen
Für das Beispiel erstellen wir den übergeordneten Punkt «Angebote» und ordnen einzelne Leistungen darunter ein. Vor dem Anlegen entscheidest Du, ob «Angebote» eine eigene Übersichtsseite erhalten oder lediglich die Unterpunkte zusammenfassen soll.
Im Video wählen wir eine Menüüberschrift ohne eigene Zielseite. Das passt, wenn der Punkt ausschliesslich eine Gruppe bezeichnet. Eine echte Übersichtsseite kann ebenfalls sinnvoll sein, sofern die Navigation einen verständlichen Zugang zur Seite und zu den Unterpunkten bietet.
Das Verhalten beim Öffnen eines Untermenüs hängt vom Template ab. Es darf nicht allein davon abhängen, ob jemand mit einer Maus darüberfährt. Prüfe die Bedienung auch mit Tastatur und auf einem Touchscreen. Besonders dort müssen das Öffnen eines Untermenüs und ein eventuell vorhandener Seitenlink klar unterscheidbar sein.
Eine Menüüberschrift erstellen
- Öffne das gewünschte Menü und lege einen neuen Eintrag an.
- Gib den Titel ein, im Beispiel «Angebote».
- Wähle Systemlinks → Menüüberschrift als Typ.
- Prüfe Menü, Status und die Position innerhalb der Struktur.
- Speichere den Eintrag.
Die Menüüberschrift stellt selbst keinen Beitrag dar. Zunächst kann deshalb lediglich die Beschriftung erscheinen. Sobald untergeordnete Einträge vorhanden sind, kann das Template dazu eine aufklappbare Navigation ausgeben.
Einen Beitrag als Untermenüpunkt einordnen
Erstelle zunächst den gewünschten Inhalt unter Inhalt → Beiträge. Im Video verwenden wir beispielhafte Angebotsseiten. Auch solche statischen Seiten gehören in Joomla zu einer Kategorie; Du kannst dafür die vorhandene Standardkategorie oder eine passende eigene Struktur verwenden.
Lege dann einen Menüeintrag vom Typ Einzelner Beitrag an und wähle den Inhalt aus. Alternativ verwendest Du die entsprechende Funktion im Speichern-Menü des Beitrags, die die Verknüpfung bereits vorbereitet.
Entscheidend ist jetzt das Feld für den übergeordneten Eintrag. Wähle dort «Angebote». Nach dem Speichern liegt die neue Seite in der Menüstruktur unter diesem Punkt. Wiederhole das für weitere Angebotsseiten.
Kontrolliere anschliessend im Frontend, ob sich das Untermenü öffnen lässt und jeder Eintrag den richtigen Beitrag zeigt. Prüfe auch die Adressen: Die Struktur des Menüs kann sich dort widerspiegeln und sollte verständlich bleiben.
Die Reihenfolge verändern
In der Liste der Menüeinträge kannst Du die Reihenfolge mit den Griffpunkten verändern. Dafür muss die Liste nach Reihenfolge sortiert sein. Bei einer alphabetischen Sortierung stehen dieselben Verschiebemöglichkeiten nicht in gleicher Weise zur Verfügung.
Ordne die Einträge innerhalb der gewünschten Ebene und kontrolliere danach die Navigation. Achte darauf, dass ein Unterpunkt weiterhin dem richtigen übergeordneten Eintrag zugeordnet ist. Die sichtbare Reihenfolge der Verwaltung und eine vorübergehende Sortierung nach Titel sind unterschiedliche Dinge.
Die wichtigsten Menüeintragstypen für Beiträge
Ein Menüeintrag verbindet eine Beschriftung mit einer bestimmten Ansicht. Für die Arbeit mit Beiträgen sind vor allem diese Varianten relevant:
- Einzelner Beitrag: öffnet einen konkret ausgewählten Beitrag, etwa eine Angebots- oder Informationsseite.
- Kategorieblog: zeigt Beiträge einer Kategorie mit Einleitungen und einem einstellbaren Bloglayout.
- Kategorieliste: stellt die Beiträge einer Kategorie als Liste dar.
- Hauptbeiträge: zeigt ausdrücklich als Haupteintrag markierte Beiträge innerhalb der gewählten Auswahl.
- Beitrag erstellen: bietet berechtigten Personen einen Zugang zum Erstellen von Inhalten im Frontend.
Welche zusätzlichen Register und Optionen erscheinen, hängt vom gewählten Typ ab. Ein Kategorieblog benötigt beispielsweise Einstellungen für die Kategorie und das Bloglayout. Ein Link auf einen einzelnen Beitrag hat andere Anforderungen.
Benutzer, Kontakte, Schlagwörter und Suche
Weitere Typen führen zu Benutzerfunktionen wie Anmeldung, Abmeldung oder Profilansicht. Für eine verständliche Navigation soll eine Anmeldung gewöhnlich für abgemeldete Personen erreichbar sein, eine Abmeldung für angemeldete Personen. Die entsprechende Sichtbarkeit muss zur Einrichtung der Zugriffsebenen passen. Im gesprochenen Beispiel werden diese Zustände kurz vertauscht.
Die Kontakte-Komponente kann einzelne Kontakte, Kontaktlisten und je nach Einrichtung ein Kontaktformular bereitstellen. Ein Menüeintrag verknüpft die gewünschte Ansicht mit der Navigation. Ob ein Formular erscheint und welche Daten sichtbar sind, wird in den zugehörigen Einstellungen festgelegt.
Schlagwörter ermöglichen zusätzliche thematische Verbindungen zwischen Inhalten. Im Video zeigen wir das an Referenzen mit gemeinsamen Leistungen. Eine Schlagwortansicht kann so Beiträge zusammenführen, die zwar unterschiedliche Hauptzuordnungen haben, aber dasselbe Thema berühren.
Auch die Joomla-Suche kann über einen Menüeintrag erreichbar gemacht werden. Weitere angebotene Typen betreffen spezielle Funktionen wie Datenschutzanfragen oder Konfiguration. Verwende sie gezielt, wenn eine entsprechende Funktion eingerichtet ist. Ein sichtbarer Link ersetzt keine Berechtigung; umgekehrt macht sein Fehlen einen Bereich nicht automatisch sicher.
Eine Übersicht der verfügbaren Ansichten bietet die Joomla-Dokumentation zu Menüeintragstypen. Zusätzliche Erweiterungen können eigene Typen ergänzen.
Mit einem Menüeintrags-Alias auf einen vorhandenen Eintrag verweisen
Der Typ Systemlinks → Menüeintrags-Alias verweist auf einen bestehenden Menüeintrag. Im Video legen wir einen zusätzlichen Punkt an, der zu einer bereits eingerichteten Angebotsseite führt.
Wähle dafür den Zielmenüeintrag aus und kontrolliere nach dem Speichern den erzeugten Link. Diese Möglichkeit ist nützlich, wenn dieselbe Seite an einer weiteren Stelle der Navigation erreichbar sein soll. Du brauchst dafür keine Kopie des Beitrags anzulegen.
Plane solche zusätzlichen Wege bewusst. Zu viele ähnliche Beschriftungen mit demselben Ziel können die Navigation verwirrend machen. Der Linktext sollte erkennen lassen, was beim Öffnen folgt.
Trennzeichen und externe URLs
Ein Trennzeichen kann Einträge innerhalb einer Navigation gliedern. Wie es sichtbar wird, hängt vom Template ab. Verwende es dort, wo eine Gruppierung tatsächlich die Orientierung erleichtert.
Mit dem Typ URL verlinkst Du eine andere Adresse. Gib für eine externe Website die vollständige Adresse inklusive https:// an und prüfe das Ziel. Das Zielfenster legt fest, ob die Seite im aktuellen oder in einem neuen Tab geöffnet wird.
Im Video wird ein neuer Tab als bevorzugte Variante gezeigt. Das ist eine Gestaltungsentscheidung und keine allgemeine Pflicht für externe Links. Ein unerwartet geöffneter Tab kann die Bedienung erschweren. Entscheide daher konsistent und mache einen neuen Tab bei Bedarf im Linktext erkennbar.
Warum ein Wrapper eine fremde Website manchmal nicht zeigt
Ein Wrapper bettet eine Adresse in einem iframe innerhalb Deiner Seite ein. Im Video funktioniert die gewünschte Einbettung nicht. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass der verwendete Browser generell alle iframes blockiert.
Die eingebettete Website kann durch Schutzvorgaben verhindern, dass andere Seiten sie in einem Frame anzeigen. Dazu gehören etwa X-Frame-Options oder entsprechende Content-Security-Policy-Regeln. Auch andere technische Voraussetzungen können eine Einbettung beeinflussen.
Für einen einfachen Verweis ist ein normaler Link häufig leichter verständlich und wartbar. Wenn Du eine Einbettung benötigst, prüfe zuerst, ob die Zielseite dafür vorgesehen ist und sie auf unterschiedlichen Bildschirmgrössen sinnvoll funktioniert.
Einträge aus der Navigation ausblenden
Im Bereich Linktyp kannst Du festlegen, ob ein Menüeintrag in der Navigation angezeigt werden soll. Ein ausgeblendeter, weiterhin veröffentlichter Eintrag kann seine Adresse behalten und direkt aufrufbar bleiben. Das eignet sich beispielsweise für Seiten, die über einen gezielten Link aus dem Inhalt erreichbar sein sollen.
Verwechsle diese Anzeigeoption nicht mit dem Veröffentlichungsstatus oder einer Zugriffsbeschränkung. Prüfe die bekannte Adresse nach dem Ausblenden. Soll ein Inhalt tatsächlich nur bestimmten Personen zugänglich sein, richte die passende Zugriffsebene ein.
Seitenanzeige, Metadaten und Module
Unter Seitenanzeige steuerst Du unter anderem die Seitenüberschrift. Damit kannst Du beispielsweise eine automatisch sichtbare Beschriftung wie «Home» anpassen oder ausblenden. Beitragstitel und Seitenüberschrift bleiben verschiedene Einstellungen.
Zusätzliche CSS-Klassen oder Linkbilder dienen besonderen Gestaltungsanforderungen. Sie sollten in das vorhandene Template-Konzept passen. Ein eingetragenes Bild oder Icon ist kein Selbstzweck und muss auch in der mobilen Navigation verständlich bleiben.
Die Metadaten gehören zur Beschreibung der Seite. Die Modulzuweisung hilft Dir ausserdem zu überblicken, welche Module mit diesem Menüeintrag verbunden sind. Das ist besonders auf grösseren Websites nützlich, wenn eine Seite unerwartete Zusatzinhalte anzeigt.
Die Struktur vor dem Anlegen aufzeichnen
Überlege zuerst, welche Hauptbereiche Menschen auf Deiner Website suchen und welche Seiten darunter gehören. Eine einfache Skizze genügt für den Anfang. Benenne die Punkte so, dass ihr Zweck ohne Vorwissen verständlich ist.
Eine bestehende Struktur darf sich mit guten Gründen weiterentwickeln. Plane solche Änderungen jedoch zusammen mit den betroffenen Adressen und Weiterleitungen. Häufiges Umbenennen oder Verschieben ohne Kontrolle kann alte Links beschädigen und die Orientierung erschweren.
Für Deine Übung baust Du eine Menüüberschrift mit drei Unterseiten auf. Verändere deren Reihenfolge und teste alle Ziele mit Maus, Tastatur und auf einem schmalen Bildschirm. Ergänze danach einen Menüeintrags-Alias auf eine bereits vorhandene Seite. So lernst Du die wichtigsten Bausteine einer Joomla-Navigation im Zusammenhang kennen.
Diese Anleitung gehört zum Joomla 6 Videogrundkurs. Dort findest Du die weiteren Folgen in der passenden Reihenfolge.
