Ein Menü im Kopfbereich, Öffnungszeiten in einer Seitenleiste oder Kontaktdaten in der Fusszeile: Solche zusätzlichen Bereiche werden in Joomla häufig mit Modulen umgesetzt. In dieser Folge zeige ich Dir, wie Module und Template-Positionen zusammenspielen und wie Du eigene Inhalte an der richtigen Stelle veröffentlichst.
Was ist ein Modul?
Ein Modul ist ein Inhalts- oder Funktionsbaustein, den Joomla an einer dafür vorgesehenen Stelle der Seite ausgibt. Während im zentralen Inhaltsbereich beispielsweise ein Beitrag oder ein Kategorieblog erscheint, können daneben weitere Informationen stehen. Ein Modul lässt sich auf mehreren Seiten verwenden, ohne seinen Inhalt jedes Mal neu anzulegen.
Ein typisches Beispiel sind Öffnungszeiten. Ändern sie sich, bearbeitest Du das betreffende Modul einmal. Die neue Fassung erscheint anschliessend auf allen Seiten, denen dieses Modul zugewiesen ist. Auch das Hauptmenü und ein Anmeldeformular können über Module ausgegeben werden.
Das Template bestimmt die möglichen Positionen
Jedes Template stellt bestimmte Modulpositionen bereit. Im Video verwenden wir Cassiopeia und sehen uns an, wo Positionen wie topbar, top-a, sidebar-right oder footer liegen. Diese Namen bezeichnen Plätze im Layout. Sie sind keine Kategorien für Deine Inhalte.
Eine rechte Seitenleiste eignet sich beispielsweise für ergänzende Informationen zum Hauptinhalt. Eine Fusszeile kann auf vielen Seiten wiederkehrende Kontaktangaben enthalten. Ob eine Position über die ganze Breite reicht und wie mehrere Module darin angeordnet werden, hängt vom Template ab.
Wenn Du später das Template wechselst, überprüfe deshalb die Positionszuweisungen. Ein Modul kann weiterhin vorhanden und veröffentlicht sein, obwohl seine bisherige Position im neuen Template nicht ausgegeben wird.
Auf welchen Seiten soll das Modul erscheinen?
Öffne ein Modul unter Inhalt → Site Module. Bei der Menüzuweisung legst Du fest, auf welchen Seiten Joomla es verwendet. Im Video werden vier Möglichkeiten gezeigt:
- Auf allen Seiten anzeigen.
- Auf keiner Seite anzeigen.
- Nur auf ausgewählten Seiten anzeigen.
- Auf allen Seiten ausser den ausgewählten anzeigen.
Die Auswahl bezieht sich auf Menüeinträge. Möchtest Du einen Hinweis nur im Bereich «News» zeigen, wählst Du den dazugehörigen Eintrag. Kontrolliere danach auch eine Seite ausserhalb dieses Bereichs. So erkennst Du, ob die Einschränkung tatsächlich greift.
Der Status des Moduls, seine Zugriffsebene und eine mögliche Veröffentlichungszeit wirken zusätzlich. Eine passende Menüzuweisung allein genügt also nicht, wenn das Modul beispielsweise noch versteckt ist oder nur angemeldeten Personen angezeigt werden darf.
Ein eigenes Modul mit Kontaktdaten erstellen
Für frei geschriebene Inhalte verwendest Du den Modultyp Eigenes Modul. Er stellt einen Editor bereit, ähnlich wie bei einem Beitrag. Das Beispiel im Video enthält Kontaktangaben.
- Öffne Inhalt → Site Module und wähle Neu.
- Wähle den Typ Eigenes Modul.
- Vergib einen verständlichen Titel, damit Du das Modul später in der Verwaltung wiederfindest.
- Schreibe die gewünschten Angaben in den Editor. Formatiere sie übersichtlich und prüfe enthaltene E-Mail- oder Weblinks.
- Wähle eine passende Position, im ersten Beispiel
topbar. - Lege unter Menüzuweisung fest, auf welchen Seiten das Modul erscheinen soll.
- Speichere und öffne die entsprechende Seite im Frontend.
Jetzt kannst Du dasselbe Modul versuchsweise nach top-a oder footer verschieben. Der Text bleibt erhalten. Du änderst lediglich, an welcher Stelle Joomla ihn ausgibt. Genau dieses Prinzip macht Module für wiederkehrende Inhalte praktisch.
Öffnungszeiten in einer Seitenleiste
Im nächsten Beispiel legen wir ein weiteres eigenes Modul mit Öffnungszeiten an und platzieren es in einer Seitenleiste. Verwende auf Deiner Übungswebsite klar erkennbare Beispieldaten. Auf einer echten Website müssen die Angaben selbstverständlich den tatsächlichen Zeiten entsprechen.
Wähle für diesen Block beispielsweise sidebar-right und prüfe, wie sich Hauptinhalt und Zusatzinformation den verfügbaren Platz teilen. Auf schmalen Bildschirmen kann das Template die Seitenleiste unterhalb des Inhalts anordnen. Kontrolliere deshalb auch dort, ob die Information gut auffindbar bleibt.
Ohne passende Position erscheint ein Modul nicht automatisch an einer normalen Template-Position. Es gibt zusätzlich Möglichkeiten, Module ausdrücklich in Inhalte einzubinden. Für die hier gezeigte Arbeitsweise brauchst Du jedoch eine vom Template ausgegebene Position.
Modultitel sichtbar machen oder ausblenden
Der Titel dient zunächst der Verwaltung. Mit der Einstellung zur Titelanzeige entscheidest Du, ob er auch im Frontend erscheinen soll. Bei Öffnungszeiten kann eine sichtbare Überschrift sinnvoll sein. Bei einem Menü oder einem bereits beschrifteten Kontaktblock kann sie überflüssig sein.
Beachte dabei die Darstellung des Templates: Manche Positionen oder Ausgabestile zeigen Überschriften anders an oder lassen sie weg. Wenn die Titelanzeige nicht wie erwartet reagiert, prüfe deshalb sowohl die Moduleinstellung als auch die gewählte Position.
Inhalte zeitgesteuert veröffentlichen
Unter den Veröffentlichungseinstellungen kannst Du einen Start- und einen Endzeitpunkt festlegen. Das eignet sich für einen vorübergehenden Hinweis, beispielsweise geänderte Öffnungszeiten während einer bestimmten Woche.
Plane dabei auch den normalen Hinweis. Wenn reguläre und besondere Öffnungszeiten in zwei Modulen stehen, müssen ihre Zeiträume und Zuweisungen zusammenpassen. Sonst erscheinen beide gleichzeitig oder es entsteht eine Lücke. Prüfe ausserdem die Zeitzone der Website, damit der Wechsel zur beabsichtigten Zeit erfolgt.
Ein Enddatum löscht das Modul nicht. Es begrenzt seine Veröffentlichung. Du kannst den Inhalt später erneut bearbeiten und für einen weiteren Zeitraum verwenden.
Die Reihenfolge mehrerer Module ändern
Mehrere Module können dieselbe Position belegen. Ihre Reihenfolge bearbeitest Du in der Modulliste. Aktiviere dort die Sortierung nach Reihenfolge; erst dann lassen sich die entsprechenden Griffpunkte zum Verschieben verwenden.
Beschränke die Liste nach Möglichkeit auf die betreffende Position, damit Du die zusammengehörenden Module gut überblickst. Verschiebe den gewünschten Eintrag und kontrolliere die Ausgabe im Frontend. Die Darstellung kann zusätzlich vom Layout der Position abhängen, etwa wenn Module nebeneinander statt untereinander ausgegeben werden.
Modulpositionen direkt auf der Website anzeigen
Wenn Du die Positionen eines Templates nicht kennst, hilft dessen Dokumentation. Joomla bietet zusätzlich eine Positionsvorschau. Öffne dafür System → Site Templates → Optionen und aktiviere die Vorschau der Modulpositionen.
Rufe anschliessend eine Seite mit dem Zusatz ?tp=1 auf. Enthält die Adresse bereits ein Fragezeichen mit anderen Parametern, hängst Du stattdessen &tp=1 an. Die Vorschau zeigt die Positionen, die das Template dafür bereitstellt. Schalte die Vorschau nach Deiner Prüfung wieder aus.
Welche weiteren Modultypen gibt es?
Joomla bringt verschiedene Modultypen mit, etwa für Beiträge, Kategorien, Menüs oder Anmeldung. Im Video siehst Du auch, dass Erweiterungen zusätzliche Module bereitstellen können. Prüfe zuerst, ob eine mitgelieferte Funktion Deinen Zweck bereits erfüllt.
Bei zusätzlichen Erweiterungen sind die passende Joomla-Version, eine verlässliche Pflege und spätere Updates wichtig. Installiere nur Funktionen, die Du tatsächlich benötigst. Eine kleine Zahl von Erweiterungen vereinfacht die Wartung, ersetzt aber keine regelmässigen Updates.
Für eine eigene Übung reicht ein Kontaktmodul: Zeige es zunächst auf allen Seiten, beschränke es anschliessend auf einen Menüpunkt und verschiebe es zuletzt an eine andere Position. So werden Position, Menüzuweisung und Inhalt als getrennte Einstellungen verständlich.
Diese Anleitung gehört zum Joomla 6 Videogrundkurs. Dort findest Du die weiteren Folgen in der passenden Reihenfolge.
